# Spielplatzkontrolle dokumentieren: Kataster, Kontrollbericht, Mängelliste

> **Kurze Antwort:** Vier Unterlagen: ein Geräteverzeichnis mit Nummer, Hersteller und Baujahr, ein Kontrollbericht je Rundgang mit Datum, Name und Befund, eine Mängelliste mit Frist und Behebung, und die Inspektionsberichte der externen Fachkraft. DIN EN 1176-7 verlangt, dass Kontrollen dokumentiert werden, nennt aber kein Formular. Aufbewahren so lange, wie ein Anspruch möglich ist; bei Körperverletzung sind das nach § 199 BGB bis zu dreißig Jahre.

Kategorie: Verantwortung und Regeln · Veröffentlicht: 2026-08-04 · Aktualisiert: 2026-09-19 · Autor: August (Lekko) · Kanonische Adresse: https://lekko.tech/de/blog/spielplatzkontrolle-dokumentieren-was-in-die-unterlagen-gehoert

Ein Kind bricht sich beim Sturz vom Klettergerüst den Arm. Die Eltern schalten einen Anwalt ein, der Anwalt schreibt an die Stadt, die Hausverwaltung oder den Kita-Träger, und der Brief enthält immer dieselbe Bitte: Legen Sie die Kontrollunterlagen des Spielplatzes für die letzten zwölf Monate vor. Ab diesem Moment ist die Dokumentation nicht mehr Verwaltungsarbeit, sondern das einzige Beweismittel, das der Betreiber hat.

Dieser Ratgeber beschreibt die vier Unterlagen, die dann gebraucht werden, mit einem Beispiel für jede, und beantwortet die zwei Fragen, die in Deutschland am häufigsten gestellt werden: ob es ein vorgeschriebenes Formular gibt und wie lange aufbewahrt werden muss.

## Warum in Deutschland die Beweisfrage im Mittelpunkt steht

Die Pflicht, einen Spielplatz sicher zu halten, steht in keinem Spielplatzgesetz. Sie ist die Verkehrssicherungspflicht, die Gerichte aus § 823 Absatz 1 BGB ableiten. Grundsätzlich muss der Verletzte beweisen, dass der Betreiber eine Gefahr übersehen hat, die er hätte erkennen müssen. In der Praxis dreht sich das schnell um: Wer keine Unterlagen hat, kann nicht zeigen, dass überhaupt jemand hingesehen hat, und ein Gericht schließt aus dem Fehlen der Dokumentation leicht auf das Fehlen der Kontrolle.

DIN EN 1176-7 verlangt deshalb ausdrücklich, dass Inspektionen und Wartungen dokumentiert werden, und beschreibt, was ein Sicherheitsmanagement des Betreibers umfasst. Ein Formular schreibt sie nicht vor. Wie die Unterlagen aussehen, entscheidet der Betreiber; dass sie vollständig, datiert und auffindbar sind, entscheidet das Gericht.

## Das Spielplatzkataster: jedes Gerät mit Nummer, Hersteller und Baujahr

Die erste Unterlage ist eine Liste. Größere Städte führen sie als Spielplatzkataster im Grünflächenamt, oft mit Hunderten von Plätzen; eine WEG führt sie auf einer Seite. Je Gerät stehen darin eine Nummer, die auch am Gerät angebracht sein sollte, der Gerätetyp, der Hersteller, das Aufstelljahr, die freie Fallhöhe und der Fallschutzboden darunter. Dazu die Herstellerunterlagen: Montageanleitung, Wartungsanleitung, Konformitätsnachweis des Herstellers zu DIN EN 1176.

Die Nummer ist wichtiger, als sie aussieht. Ein Kontrollbericht, der «die Schaukel» sagt, ist auf einem Platz mit zwei Schaukeln wertlos, und ein Mangel, der an Gerät 7 gefunden und an Gerät 7 behoben wurde, ist ein geschlossener Vorgang, den jeder nachvollziehen kann.

## Der Kontrollbericht: Datum, Name, Befund, drei Zeilen reichen

Die zweite Unterlage entsteht bei jedem Rundgang. Für eine Sichtkontrolle reichen drei Zeilen: Datum und Uhrzeit, Name der Person, Befund. «Ohne Befund» ist ein Befund, und er ist derjenige, der in neunzig Prozent der Berichte steht. Für die Funktionskontrolle kommt je Gerät die Liste der Kontrollpunkte dazu, mit einem Haken oder einer Bemerkung, und ein Foto, wenn etwas auffällt.

**Beispiel: Kontrollbericht einer Sichtkontrolle**

- Spielplatz Hof Nord, Geräte 1 bis 4
- Montag, 14. September 2026, 7:40 Uhr, Sichtkontrolle
- Durchgeführt von: M. Krüger, Hausmeister
- Gerät 2 (Nestschaukel): Kette links am Schäkel verdreht, gerichtet. Sonst ohne Befund.
- Fallschutz Gerät 3 (Rutsche): Sand am Auslauf weggespielt, Nachfüllen gemeldet.

Jeder Bericht wird von der Person unterschrieben oder digital mit ihrem Namen versehen. Ein Kontrollbuch im Hausmeisterraum, in das jeder Rundgang eingetragen wird, dient dem Zweck genauso wie eine App; der Unterschied liegt darin, ob die Verwaltung im Büro sieht, dass der Eintrag gemacht wurde, und ob ein Foto dabei ist.

## Die Mängelliste: vom Fund bis zur Behebung, mit Frist

Die dritte Unterlage ist die, an der ein Betreiber am häufigsten scheitert, nicht weil er Mängel übersieht, sondern weil er nicht dokumentiert, was danach geschah. Ein Mangel hat ein Datum, an dem er gefunden wurde, eine Einstufung, eine Frist, einen Verantwortlichen und ein Datum, an dem er behoben wurde. Fehlt das letzte, sieht die Liste ein Jahr später so aus, als hinge die Kette immer noch schief.

**Ablaufdiagramm in fünf Schritten von Finden über Einstufen, Sichern und Beheben bis zum Schließen eines Mangels.**

- 1. Finden: beim Rundgang, mit Foto und Gerätenummer
- 2. Einstufen: kritischer Mangel, Mangel oder Hinweis
- 3. Sichern: bei kritischem Mangel sofort absperren oder Teil ausbauen
- 4. Beheben: Frist, Verantwortlicher, Rechnung des Betriebs
- 5. Schließen: Datum der Behebung und Nachkontrolle im Bericht

*Der Weg eines Mangels. Jede Station bekommt ein Datum; die letzte ist die, die in der Praxis am häufigsten fehlt.*

Die Einstufung folgt der Norm nicht wörtlich, aber ihrer Logik: Ein kritischer Mangel ist eine Gefahr, die sofortiges Handeln verlangt, das Gerät wird gesperrt. Ein Mangel wird mit Frist behoben. Ein Hinweis ist eine Beobachtung, die beim nächsten Rundgang wieder angesehen wird, etwa beginnender Rost an einer Stelle, die nicht trägt.

## Der Inspektionsbericht der externen Fachkraft und wo er liegt

Die vierte Unterlage kommt von außen. Nach der jährlichen Hauptinspektion übergibt die Fachkraft einen Inspektionsbericht je Spielplatz, meist mit Fotos, Bewertung je Gerät und einer Mängelliste mit Dringlichkeit. Er ist etwas anderes als der eigene Kontrollbericht, und die beiden sollten getrennt abgelegt sein: Der eine belegt den Alltag, der andere die Gesamtbewertung durch jemanden, der dafür qualifiziert ist.

Zwei Dinge gehen mit diesem Bericht häufig schief. Er wird bezahlt und abgeheftet, ohne dass die darin genannten Mängel in die eigene Mängelliste übernommen werden; ein Jahr später steht derselbe Mangel wieder im Bericht, jetzt mit dem Vermerk, dass er bereits bekannt war. Und er liegt beim Kontrollbüro, nicht beim Betreiber, weil niemand nach einer Kopie gefragt hat.

## Aufbewahrung: die Norm nennt keine Frist, § 199 BGB nennt dreißig Jahre

DIN EN 1176-7 sagt nicht, wie lange. Was sich sagen lässt, ist, wie lange die Frage noch gestellt werden kann: Ansprüche wegen Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit verjähren nach § 199 Absatz 2 BGB ohne Rücksicht auf die Kenntnis des Verletzten spätestens in dreißig Jahren ab dem Ereignis, und bei Kindern beginnt die regelmäßige Frist ohnehin erst mit der Kenntnis der Eltern oder des Kindes. Das ist keine Aufbewahrungsvorschrift; es ist die Antwort auf die Frage, wann die Unterlagen niemand mehr verlangen kann.

Praktisch heißt das: nichts wegwerfen. Ein Ordner pro Spielplatz und Jahr nimmt im Keller wenig Platz, ein digitaler gar keinen. Bei einem Verwalterwechsel in einer WEG gehören die Spielplatzunterlagen zu den Verwaltungsunterlagen, die dem Nachfolger herauszugeben sind; der neue Verwalter sollte am ersten Tag danach fragen.

## Kommune, Hausverwaltung, Kita: drei Ablagen, ein Prinzip

| Betreiber | Wo die Unterlagen liegen | Wer nach ihnen fragt |
| --- | --- | --- |
| Kommune | Spielplatzkataster im Grünflächenamt, Berichte der Kolonnen, Inspektionsberichte je Platz | Rechtsamt, Kommunaler Schadenausgleich oder Haftpflichtversicherer, kommunale Revision |
| WEG oder Genossenschaft | Ordner bei der Hausverwaltung, Kontrollbuch beim Hausmeister | Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht, Eigentümerversammlung, Nachfolgeverwalter |
| Kita | Ordner in der Leitung, Kopie beim Träger | Unfallkasse nach einem Unfall, Landesjugendamt beim Besuch, Träger |

Das Prinzip ist in allen drei Fällen dasselbe: Die Unterlagen liegen dort, wo die Verantwortung liegt, nicht dort, wo der Rundgang gemacht wird. Ein Hausmeister, der sein Kontrollbuch beim Jobwechsel mitnimmt, hinterlässt eine Gemeinschaft ohne Beweis.

## Papier, Tabelle oder App

Alle drei sind zulässig. Papier hat den Vorteil, dass der Eintrag da entsteht, wo der Rundgang stattfindet, und den Nachteil, dass ihn im Büro niemand sieht. Eine Tabelle ist im Büro lesbar und wird beim Rundgang nicht geführt, also abends aus dem Gedächtnis nachgetragen. Eine App wie Lekko verbindet beides: Der Rundgang wird am Gerät mit Foto festgehalten, die Verwaltung sieht, was überfällig ist, und der Kontrollbericht für den Versicherer ist ein Ausdruck. Was keine der drei Formen ersetzt, ist die Person, die durch den Hof geht, und die Fachkraft, die einmal im Jahr kommt.

Womit anfangen, wenn es bisher nichts gibt: Geräteverzeichnis an einem Nachmittag, Kontrollplan auf einer Seite, ab morgen jeden Rundgang eintragen, und die nächste Hauptinspektion bestellen. Was beim Rundgang angesehen wird, steht in der [Checkliste](https://lekko.tech/de/blog/checkliste-fuer-die-spielplatzkontrolle); wie oft, im Ratgeber zu den [Intervallen](https://lekko.tech/de/blog/wie-oft-muss-ein-spielplatz-kontrolliert-werden).

## Fragen und Antworten

### Gibt es ein vorgeschriebenes Formular für die Spielplatzkontrolle?

Nein. DIN EN 1176-7 verlangt, dass Kontrollen dokumentiert werden, und beschreibt, was dazugehört, aber kein Formular. Die Hersteller liefern Vorlagen mit, Kontrollbüros haben ihre eigenen, und ein Kontrollbuch mit Datum, Name und Befund ist genauso gültig. Entscheidend ist, dass die Einträge datiert, dem Gerät zugeordnet und auffindbar sind.

### Muss der Hausmeister jede Sichtkontrolle schriftlich festhalten?

Ja, sonst hat sie im Streitfall nicht stattgefunden. Drei Zeilen reichen: Datum, Name, Befund. Wer täglich durch den Hof geht, kann eine Wochenliste führen, in der jeder Tag einen Haken bekommt und nur Auffälligkeiten ausgeschrieben werden.

### Wie lange müssen Kontrollberichte für den Spielplatz aufbewahrt werden?

Eine Frist nennt weder DIN EN 1176-7 noch ein Gesetz. Ansprüche wegen Körperverletzung können nach § 199 Absatz 2 BGB bis zu dreißig Jahre nach dem Ereignis geltend gemacht werden, und bei einem verletzten Kind läuft die regelmäßige Frist erst ab Kenntnis. Deshalb: nichts wegwerfen, digital archivieren und beim Verwalterwechsel mit übergeben.

### Reicht der jährliche Inspektionsbericht der Fachkraft als Dokumentation?

Nein. Er belegt eine Momentaufnahme im Jahr. Die Frage nach einem Unfall lautet, ob in den Wochen davor jemand hingesehen hat, und das belegen nur die eigenen Kontrollberichte der Sichtkontrolle und der Funktionskontrolle. Umgekehrt gilt dasselbe: Eigene Berichte ohne die jährliche Hauptinspektion lassen die Frage nach Fundamenten und Verschleiß offen.

## Quellen

- [DIN EN 1176-7 Spielplatzgeräte und Spielplatzböden – Teil 7: Anleitung für Installation, Inspektion, Wartung und Betrieb (DIN Media)](https://www.dinmedia.de/de/norm/din-en-1176-7/315348763)
- [DIN EN 1176-1 Spielplatzgeräte und Spielplatzböden – Teil 1: Allgemeine sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren (DIN Media)](https://www.dinmedia.de/de/norm/din-en-1176-1/373506855)
- [§ 823 BGB Schadensersatzpflicht (Bürgerliches Gesetzbuch)](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__823.html)
- [§ 199 BGB Beginn der regelmäßigen Verjährungsfrist und Verjährungshöchstfristen (Bürgerliches Gesetzbuch)](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__199.html)
- [DIN 79161-2 Spielplatzprüfung – Qualifizierung von Spielplatzprüfern – Teil 2: Prüfung und Qualifizierungsnachweis (DIN Media)](https://www.dinmedia.de/de/norm/din-79161-2/396106654)

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