Kontrolle und Routinen
Checkliste für die Spielplatzkontrolle: Sichtkontrolle, Funktionskontrolle und Gerätepunkte
Eine Checkliste für den eigenen Rundgang: zehn Punkte Sichtkontrolle, neun Punkte Funktionskontrolle, je Gerätetyp die Stellen, an denen es bricht.
Kurze Antwort
Eine Checkliste für die Spielplatzkontrolle hat drei Teile: die Sichtkontrolle über das ganze Gelände ohne Werkzeug, die Funktionskontrolle mit Werkzeug alle ein bis drei Monate, und je Gerätetyp die Punkte, an denen Schaukel, Rutsche, Klettergerät, Federwippe, Karussell und Seilbahn erfahrungsgemäß versagen. Jeder Befund wird als kritischer Mangel, Mangel oder Hinweis eingestuft und mit Datum, Gerätenummer und Foto festgehalten. Die jährliche Hauptinspektion durch eine externe Fachkraft ersetzt sie nicht.
Eine Checkliste ist das, was aus einem Spaziergang eine Kontrolle macht. Ohne sie sieht der Hausmeister, was ihm auffällt; mit ihr sieht er, was er ansehen soll, und danach steht fest, was er angesehen hat. Diese Liste ist für den eigenen Rundgang gedacht, also für die beiden Stufen, die der Betreiber selbst macht. Sie folgt der Logik der DIN EN 1176-7 und den Stellen, an denen Geräte in der Praxis versagen, und sie ist so gebaut, dass sie sich an jeden Platz anpassen lässt: Streichen, was nicht steht, ergänzen, was der Hersteller verlangt.
Vor dem Rundgang: Geräteliste, Zollstock, Kamera
- Das Geräteverzeichnis mit Nummern, damit jeder Befund einem Gerät zugeordnet wird.
- Zollstock oder Maßband für Schichtdicken, Abstände und Öffnungen.
- Kamera oder Handy: Ein Foto sagt dem Betrieb, der repariert, mehr als drei Sätze.
- Absperrband für den Fall, dass ein Gerät sofort aus dem Betrieb muss.
- Die Wartungsanleitung des Herstellers für Geräte mit besonderen Punkten, etwa Seilbahnen.
Sichtkontrolle: zehn Punkte für den Blick über das Gelände
Ohne Werkzeug, in der Häufigkeit, die die Nutzung verlangt, auf stark genutzten Plätzen täglich. Sie sucht das Offensichtliche, das seit dem letzten Mal passiert ist.
- 1Fremdkörper auf dem Gelände und im Fallschutz: Glas, Spritzen, Kot, Müll, Steine auf der Rutsche.
- 2Vandalismus: Brandspuren, Graffiti mit scharfen Kanten, abgerissene oder verbogene Teile.
- 3Fehlende Teile: Sitze, Ketten, Sprossen, Abdeckkappen auf Schrauben, Handläufe.
- 4Sichtbare Brüche und Risse an Holz, Kunststoff und Schweißnähten.
- 5Hervorstehende Schrauben, Nägel, Splitter, scharfe Kanten in Greifhöhe.
- 6Fallschutz: Mulden unter Schaukel und Rutschenauslauf, weggespielter Sand, gehobene Platten.
- 7Stolperstellen: freiliegende Fundamente, Wurzeln, Kanten von Einfassungen.
- 8Zaun und Tore: geschlossen, unbeschädigt, Riegel funktioniert.
- 9Umfeld: herabhängende Äste, Wespennester, Pfützen, die auf verstopfte Entwässerung deuten.
- 10Schilder: Altersangabe, Notrufnummer und Betreiber lesbar.
Funktionskontrolle: neun Punkte mit Werkzeug
Alle ein bis drei Monate, öfter, wenn der Hersteller es verlangt. Hier wird angefasst, gerüttelt und gemessen, und hier gehören die Ergebnisse je Gerät in den Kontrollbericht.
- 1Standfestigkeit: an jedem Pfosten rütteln; Bewegung im Fundament oder Fäulnis am Bodenansatz von Holzpfosten mit einem Schraubendreher tasten.
- 2Verschraubungen: Stichproben mit dem Schlüssel nachziehen, selbstsichernde Muttern und Kappen vollständig.
- 3Verschleiß an Lagern, Gelenken, Aufhängungen und Ketten: Spiel, Abrieb, Verformung. Ketten mit Restmaterial unter der Herstellerangabe sind ein Mangel.
- 4Seile und Netze: Litzen gebrochen, Kern sichtbar, Verbindungen ausgeschlagen.
- 5Korrosion an tragenden Teilen, vor allem am Bodenansatz und an Schweißnähten.
- 6Öffnungen und Fangstellen: keine Öffnung zwischen 89 und 230 mm, in die ein Kopf passt; keine V-förmigen Verengungen, in denen sich Kleidung oder Finger fangen.
- 7Fallschutz: Dicke des losen Materials an den Belastungsstellen messen und mit der Mindestdicke vergleichen; Platten auf Verklebung und Dämpfung.
- 8Freie Fallhöhe und Fallraum: nach Reparaturen oder Umbauten mit der Aufstellanleitung abgleichen; nichts Neues im Fallraum.
- 9Beweglichkeit: Schaukel schwingt frei, Wippe federt, Karussell läuft ohne Schleifen; Geräusche sind ein Hinweis.
Gerätepunkte: wo welches Gerät bricht
Die gemeinsamen Punkte oben gelten für jedes Gerät. Dazu kommen je Typ zwei bis fünf Stellen, die erfahrungsgemäß zuerst nachgeben. Die Maße im Detail stehen in den Geräteteilen der DIN EN 1176 und in der Anleitung des Herstellers; die Liste hier sagt, wohin man schaut.
Schaukel
- Aufhängung: Lager oben mit Spiel oder Abrieb, Schäkel offen oder verdreht, Kettenglieder verschlissen.
- Sitz: Risse im Gummi, Metallkern sichtbar, Kanten scharf; Nestschaukel mit gebrochenen Seilen.
- Abstände: zwischen Sitz und Rahmen, zwischen zwei Sitzen, Sitzhöhe über dem Boden nach Herstellerangabe.
- Fallschutz in Schwingrichtung: Mulden vor und hinter dem Sitz, Fallraum frei.
Rutsche
- Rutschfläche: Stoßkanten, Risse, Hitze bei Metall in der Sonne, Steine oder Sand darauf.
- Einstieg: Haltebügel oder Querstange vorhanden, Seitenführung hoch genug.
- Auslauf: Höhe über dem Boden, Fallschutz am Auslauf vorhanden und nicht weggespielt.
- Bei Hangrutschen: Einbettung fest, Kanten nicht freigelegt.
Klettergerät und Kombinationsanlage
- Plattformen: Brüstungen vollständig, Fangstellen an Geländern, Bretter fest.
- Sprossen und Griffe: fest, nicht gedreht, kein Spiel in der Verankerung.
- Netze und Seile: Verbindungen, Spannung, gebrochene Litzen.
- Freie Fallhöhe der höchsten Standfläche gegen den Fallschutz darunter.
- Bei Holz: Fäulnis am Bodenansatz, Risse in Längsrichtung, die einen Finger aufnehmen.
Federwippe und Wippe
- Feder: Risse, Korrosion, Abstand der Windungen so, dass sich kein Finger klemmt, Schutzhülse vorhanden.
- Verankerung der Feder im Fundament: kein Spiel.
- Bei Balkenwippen: Dämpfer am Boden vorhanden, Griffe fest, kein Quetschbereich unter dem Balken.
- Fallschutz vorhanden, obwohl das Gerät niedrig ist; erzwungene Bewegung verlangt ihn.
Karussell
- Lager: Spiel, Geräusche, Schleifen am Boden.
- Abstand zwischen drehendem Teil und Boden: keine Quetschstelle für Füße.
- Griffe und Sitze fest, keine offenen Enden.
- Fallraum um den ganzen Umfang frei.
Seilbahn
- Tragseil: Spannung, Litzenbrüche, Endverbindungen.
- Laufwagen und Griff oder Sitz: Rollen, Bremse oder Dämpfer am Ende, Seil zum Sitz.
- Ein- und Ausstieg: Podest fest, Ende mit Puffer, nichts im Fahrbereich.
- Wartungsintervalle des Herstellers sind hier meist kürzer als drei Monate.
Sandkasten
- Einfassung: Splitter, hervorstehende Schrauben, gebrochene Bretter.
- Sand: Verunreinigung, Fremdkörper, Verdichtung; Abdeckung, wo es sie gibt.
- Spielhaus oder Sandaufzug: Fangstellen und Beweglichkeit.
Zaun, Tore und Umfeld
Ein Zaun ist Teil des Spielplatzes, und die Frage «Spielplatz Zaun Vorschriften» hat eine kurze Antwort: Kein Bundesgesetz verlangt ihn, DIN 18034-1 sieht eine Abgrenzung vor, wo Gefahren angrenzen, also Straßen, Gewässer, Parkplätze, und in Kitas ist er die Grenze des beaufsichtigten Raums. Ist er da, gelten für ihn dieselben Regeln wie für ein Gerät: keine Kopffangstellen zwischen 89 und 230 mm, keine Spitzen in Kletterhöhe, Tore, die nicht klemmen und nicht von einem Zweijährigen geöffnet werden. Zum Umfeld gehören Bäume mit Totholz über dem Platz, Beleuchtung, Mülleimer und der Zugang für den Rettungsdienst.
Befunde einstufen: kritischer Mangel, Mangel, Hinweis
| Einstufung | Beispiel | Was folgt |
|---|---|---|
| Kritischer Mangel | gerissenes Tragseil, loser Pfosten, Kopffangstelle, fehlender Fallschutz unter der Schaukel | sofort absperren oder Teil ausbauen, Träger oder Verwaltung noch am selben Tag informieren |
| Mangel | verschlissene Kette über der Herstellergrenze, Fallschutz 5 cm unter Mindestdicke, gehobene Platte | Frist setzen, Reparatur beauftragen, Behebung dokumentieren |
| Hinweis | beginnender Rost an nicht tragender Stelle, Graffiti, erste Verdichtung im Sand | beim nächsten Rundgang wieder ansehen, in der Liste führen |
Die Liste an den eigenen Platz anpassen
Eine Liste mit fünfzig Punkten, von denen dreißig auf diesem Platz nicht vorkommen, wird nach zwei Wochen nicht mehr gelesen. Die brauchbare Checkliste hat die zehn Punkte der Sichtkontrolle, die neun der Funktionskontrolle und die Gerätepunkte nur für die Geräte, die tatsächlich stehen. Für einen Wohnhof mit Schaukel, Rutsche und Sandkasten sind das rund dreißig Punkte; für einen kommunalen Platz mit Kombinationsanlage, Seilbahn und Karussell rund vierzig.
In Lekko ist die Liste je Gerätetyp hinterlegt: Wer einen Platz anlegt und seine Geräte einträgt, bekommt beim Rundgang die Punkte, die zu diesen Geräten hinterlegt sind, und der Kontrollbericht entsteht aus den Haken und Fotos. Wie oft der Rundgang ansteht, steht im Ratgeber zu den Intervallen; was mit dem Bericht geschieht, im Ratgeber zur Dokumentation; die Zahlen zum Boden im Ratgeber zum Fallschutz.
Fragen und Antworten
Gibt es eine offizielle Checkliste für die Spielplatzkontrolle?
Nein. DIN EN 1176-7 beschreibt die drei Inspektionsstufen und was sie leisten sollen, aber kein Formular. Hersteller liefern Wartungsanleitungen mit Punkten für ihr Gerät, die DGUV Information 202-022 enthält Hinweise für Kitas, und Kontrollbüros haben eigene Vorlagen. Eine eigene Liste, die zum Platz passt, ist zulässig und meist besser.
Wie lange dauert eine Sichtkontrolle mit Checkliste?
Auf einem Wohnhof mit drei Geräten fünf Minuten, auf einem kommunalen Platz mit Kombinationsanlage zehn bis fünfzehn. Die Funktionskontrolle mit Werkzeug dauert je Gerät zehn bis zwanzig Minuten. Länger wird es nur, wenn etwas gefunden wird, und dann ist die Zeit gut angelegt.
Muss der Hausmeister eine Ausbildung haben, um die Checkliste abzugehen?
Für die Sichtkontrolle und die Funktionskontrolle verlangt DIN EN 1176-7 eine Person, die für die Aufgabe kompetent und eingewiesen ist; eine formale Qualifikation ist nicht vorgesehen. Eine Einweisung von ein bis zwei Stunden durch die externe Fachkraft, die die jährliche Hauptinspektion macht, ist der übliche Weg. Für die Hauptinspektion selbst ist in Deutschland die Qualifikation nach DIN 79161 der Standard.
Was mache ich, wenn ich beim Rundgang einen kritischen Mangel finde?
Sperren, melden, dokumentieren, in dieser Reihenfolge. Absperrband um das Gerät oder das bewegliche Teil ausbauen, etwa den Schaukelsitz aushängen. Dann Verwaltung, Träger oder Amt noch am selben Tag informieren, mit Foto und Gerätenummer. Der Eintrag in die Mängelliste mit Datum ist der Nachweis, dass gehandelt wurde.
Gibt es Vorschriften für den Zaun um einen Spielplatz?
Kein Gesetz schreibt einen Zaun vor. DIN 18034-1 sieht eine Abgrenzung vor, wo Straßen, Gewässer oder andere Gefahren angrenzen, und in Kitas ist er Teil der Aufsicht. Steht ein Zaun, muss er frei von Kopffangstellen zwischen 89 und 230 mm und von Spitzen in Kletterhöhe sein, und die Tore müssen sich von innen öffnen lassen, ohne zu klemmen.
Quellen
- DIN EN 1176-1 Spielplatzgeräte und Spielplatzböden – Teil 1: Allgemeine sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren (DIN Media)
- DIN EN 1176-7 Spielplatzgeräte und Spielplatzböden – Teil 7: Anleitung für Installation, Inspektion, Wartung und Betrieb (DIN Media)
- DIN EN 1177 Stoßdämpfende Spielplatzböden – Prüfverfahren zur Bestimmung der Stoßdämpfung (DIN Media)
- DIN 18034-1 Spielplätze und Freiräume zum Spielen – Teil 1: Anforderungen für Planung, Bau und Betrieb (DIN Media)
- DIN 79161-2 Spielplatzprüfung – Qualifizierung von Spielplatzprüfern – Teil 2: Prüfung und Qualifizierungsnachweis (DIN Media)
- DGUV Information 202-022 Außenspielflächen und Spielplatzgeräte (DGUV)
Dieser Artikel wurde von der August geschrieben und stellt die Anforderungen praxisnah dar. Er gibt die Normen DIN EN 1176 und DIN EN 1177 nicht wieder und ersetzt nicht die jährliche Hauptinspektion durch eine externe Fachkraft. Wenn Sie unsicher sind, was für Ihren Spielplatz gilt, fragen Sie eine sachkundige Person.
Schluss mit dem Papierkram. Lekko denkt daran.
Fertige Checklisten auf Basis von DIN EN 1176 und 1177, eine Erinnerung vor jeder Kontrolle und ein vorzeigbarer Bericht mit einem Klick.